[>>]

20
Jun
2009

06-Warum haben wir zugenommen?

Noch wichtiger als die Frage: Warum wollen wir abnehmen? erscheint mir die Frage: Warum haben wir zugenommen?
Man wird ja nicht eines Tages wach und hat um 10, 20, 30 kg mehr als am Vortag.

Die Antwort kann deshalb natürlich auch nicht lauten: Weil ich zu viel oder zu falsch gegessen habe. Denn eigentlich hätte ich damit ja schon viel früher aufhören können. Warum also konnten wir nicht früher auf die offensichtliche Veränderung reagieren?

Wir müssen endlich akzeptieren lernen, dass Übergewichtig- oder Dicksein am geringsten eine Frage der Essenszufuhr ist. Dick wird man zuerst im Unterbewusstsein. Der Körper zieht dann nach. Und wenn es uns bewusst wird, dann kippen wir in die Fehlannahme, dass auch auf bewusstem Wege etwas verändert werden kann.
Doch ganz so ist es nicht. Unser Bewusstsein kann uns dann nur dabei helfen, indem wir uns bewusst machen, dass wir auf unser Unbewusstes achten lernen sollen. Unbewusstes bewusst machen sollen.
Wie ich schon schrieb: Gewichtszunahme ist ein Symptom. Aber nicht eines für zuviel essen!
Es gibt viele Menschen, die fressen wie die Scheunendrescher und nehmen nicht zu. Und es gibt viele Menschen, die essen ganz wenig und nehmen nicht ab. Und alle diese sind keineswegs krank!
Auch die vielzitierten Gene sind es oftmals nicht.
Kinder dicker Eltern müssen selber keineswegs dick werden. Und wie viele Kinder gibt es, die schlanke Eltern haben, und sie selber sind schlichtweg fett.

Der wesentlichste Dickmacher in unserer Gesellschaft ist die Angst! Wovor auch immer.
Angst aber kann nur auf Menschen einwirken, die selbstunsicher sind. Selbstunsichere Menschen wiederum sind ein gefundenes Fressen für die Wirtschaft. Und werden aus diesem Grunde von den Wirtschaftsbossen herangezüchtet wie die Champignons.
Und unsere Eltern und Großeltern, die in das Zeitalter der Werbungslastigkeit hineinwuchsen - und damals viel zu wenig Zeit hatten, sich um diese Bereiche zu kümmern (die hatten alle Hände voll damit zu tun, aus dem Nichtshaben herauszukriechen), konnten diese Selbstunsicherheit bereits ebenfalls nicht von sich abwenden und trainierten ihre Kinder perfekt in diesen Kreislauf hinein.

Wie sich denken lässt, möchte ängstliche Menschen ihre Angst verbergen. Und tun dies zuerst einmal vor sich selber. Sie bauen eine Schutzzone um sich. Ihre Angst wird dadurch zum Nebenprodukt. Wie bei allen realen Ängsten, die ja im Grunde immer innere Ängste ausdrücken.
Dies ist aber dem dicken Menschen nun nicht mehr möglich. Denn er zeigt seine Angst offensichtlich. Muss täglich vor den Augen aller Mitmenschen damit herumlaufen. Logischerweise versucht er, diese Offensichtlichkeit loszuwerden.
Wie wir aber auch sofort erkennen müssen, äußeres Einwirken ist der falsche Weg.

Der richtige wäre natürlich, den Ängsten auf die Spur zu kommen, dann bräuchte er kein Übergewicht mehr. Dies wird aber in den meisten Fällen perfekt verhindert, weil die Unsicherheit der Menschen so stark geschürt wird.
Die meisten Menschen richten sich an der allgemeinen Meinung aus. Sie vertrauen ihren eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen viel zu wenig.
Ein Mensch, der Harmonie zwischen Geist und Körper anstrebt, wird seinem Gewicht nur wenig Bedeutung zuweisen. Er wird versuchen, im Einklang mit seinen eigenen Wahrnehmungen zu leben und diese werden natürlich auch seinen Körper betreffen. Also wird er genau wissen und fühlen, was und wieviel er essen kann, damit er sich in Harmonie mit sich selbst befindet. Und ob er damit nun etwas dicker oder dünner ist, wird vollkommen egal sein.

Es lässt sich denken, dass solche Menschen von der Wirtschaftsmafia nicht geschätzt werden. Was sollte man denen aufs Auge drücken können?

Deshalb wird die öffentliche Meinung und damit das kollektive Unbewusste sorgfältig darauf ausgerichtet, den Menschen vorzugaukeln, dass sie selbst nicht wissen, was für sie gut ist. Das geschieht auf diese Weise, dass uns etwas vorgesetzt wird, das eigentlich nicht erreichbar ist. Und darüber hinaus auch gar nicht wirklich erstrebenswert IST, weil DAS ja dann wirklich die Gesundheit schädigt. Und nicht nur die des Körpers ...

Wir leben in einer Überflussgesellschaft, in einer Konsumgesellschaft, die den Genuss und das Highlife an oberste Stelle stellt. Wesentlich logischer würde hier doch erscheinen, dass es in dieser Gesellschaft viele dicke, glückliche Menschen geben sollte, die gern spazieren gehen und auf sonnigen Parkbänken sitzen.
Aber was wird uns präsentiert? Hungerhaken bis zum Abwinken. Extremsportler, die mit 20 Jahren bereits halbe Krüppel sind. DAS sind die Vorbilder, die uns hingestellt werden. Doch bitte wer sollte in einem durchschnittlich alltäglichen Leben so herumlaufen? Und wozu?

Es gibt nur einen Grund dafür: Der breiten Masse ihr Unvermögen vor Augen zu führen! Weil sie dadurch keine Selbstsicherheit entwickelt und für die öffentlichen Suggestionen höchst empfänglich ist.

1
Jun
2009

05-Selbstgefühl

Ich habe einige Freunde, die weiter weg wohnen, mit denen ich also nur selten persönlich zusammenkomme. Wir schreiben, wir telefonieren und nach Monaten oder manchmal auch Jahren gibt es ein Wiedersehen.
Wie sich denken lässt, ist für diese mein Körpergewicht von keinerlei Bedeutung. Da es auch für mich niemals Gesprächsthema ist, wussten, oder wissen, sie gar nichts davon, dass ich nun wieder einmal abgenommen habe. Für sie habe ich mich nicht verändert. Meine Stimme klingt wie früher und was ich sage oder schreibe, beschäftigt sich mit freundschaftlichen Bereichen, gemeinsamen Interessensgebieten, oder sozialen und kulturellen Anliegen.

Die Frage, die sich daraus logisch ableitet ist, weshalb also körperliche Veränderung überhaupt angestrebt wird. Den gesundheitlichen Aspekt konnten wir ja schon ziemlich enttarnen. Und sich in seiner Gemeinschaft integriert zu fühlen, hängt offensichtlich auch nicht davon ab.

Andererseits höre ich das Argument förmlich, das hier nun in den Köpfen meiner LeserInnen sprießt: "Ja, erzählen und schreiben kann man vieles ..."
Doch wie müsste dieser Satz nun weitergehen?
Was können denn nun stärker gewichtige Menschen von Angesicht zu Angesicht dann nicht?

Auch hier kommen wir wieder auf die bereits geschriebenen Ansätze zurück.
Für Viele ist ihr Körpergewicht das zentrale Thema. Sie fühlen sich in keiner Gemeinschaft integriert, die sich nicht mit diesem Thema vorrangig beschäftigt. Die kulturellen Ansprüche (als Beispiel), die solche Menschen selbstverständlich ebenfalls haben und auch pflegen, treten als Interessensgebiet in den Hintergrund.
Ein Mensch, der wunderbar kluge Buchrezensionen schreiben kann, weil er den Geist und das Talent dafür hat, fühlt sich nicht zu selten im direkten Gespräch einem diesbezüglich minderbemittelten, aber schlankeren Gesprächspartner unterlegen!
Das muss man sich doch einmal auf der Gedankenzunge zergehen lassen.
Es geht hier nicht darum, dass sich nicht Jeder gleich gut ausdrücken kann. Dass manche Menschen eben besser schreiben als reden können. Es geht darum, wie sich diese Menschen fühlen. Es geht um die Reihung ihrer Prioritäten, die sich erfahrungsgemäß augenblicklich ändern, wenn sie mit einem Gesprächspartner persönlich zusammen treffen sollen.

Unsere Gesellschaft ist so konditioniert. Das gesellschaftlich Unbewusste wurde perfekt dahin manipuliert. Immerhin könnte es ja auch genau konträr ablaufen. Und in früheren oder anderen Gesellschaftsstrukturen gab und gibt es das ja auch. Nur in der westlichen Konsumgesellschaft nicht. Man denke nur an den nährenden Bauch des Buddha. An das Schönheitsideal eines Rubens. Oder auch nur ein paar Jahre zurück, an Marilyn Monroe, die weit entfernt von den Stecken unserer heutigen Ideale war.

Man muss sich auch nur einmal in die Einstellung jener schlanken Menschen einklinken, die ebenfalls keine andere Grundlage für ihr Selbstgefühl haben, als ihr Erscheinungsbild. Diese fühlen sich den Dicken immer überlegen, auch wenn sie keine Ahnung von dem Thema haben, das in einer Gesprächsrunde auf dem Tisch liegt.

Natürlich stellt sich sofort die nächste Frage von selbst: Warum lassen die Übergewichtigen denn das zu?
Warum lässt sich ein Mensch einfach in eine Ecke stellen, die ihm die Anderen auswählen?

Auch hier nehme ich die gängige Antwortfrage voraus: Wie soll denn ein Einzelner die öffentliche Meinung ändern? Wie soll er erreichen, dass die Anderen das nicht so sehen, so nicht praktizieren?
Meine Antwort erschließt sich nun wohl von selbst.
Die öffentliche Meinung ist nicht zu ändern. Aber - müssen wir uns denn der öffentlichen Meinung beugen? Wollen wir denn nicht Persönlichkeiten mit eigener Meinung sein?
Genügt es denn, davon zu sprechen? Wäre es nicht wichtig, darauf zu achten, dass wir auch tun, was wir sagen? Die Darstellung genügt einfach nicht. Der oft zelebrierte Wurstigkeitstandpunkt entspricht doch keineswegs unserer eigenen Meinung.

Mich fasziniert immer wieder, wie hochintelligente Menschen, die der Welt viel zu sagen haben, in der Öffentlichkeit zu Mäuschen mutieren, die mit kleinen Fäustchen fuchteln, nur weil sie übergewichtig sind und auf ein schlankeres Publikum treffen könnten. Oder auch von denen, die sich doch selbstsicherer auf ihre wahren Fähigkeiten besinnen können, immer noch zwischendurch pseudoselbstkritisch, manchmal ironisch, manchmal kummervoll, oftmals anbiedernd, auf ihre üppigere Körperlichkeit aufmerksam gemacht wird.
Keiner der interessierten Zuhörer käme wohl auf die Idee, dem Bauch eines authentisch Vortragenden irgendeine Bedeutung beizumessen. Der Vortragende aber misst ihm sehr oft selber viel zu viel Bedeutung bei.

Das Indiz, das für mich daraus erwächst, ist eindeutig zu wenig Selbstgefühl. Nicht Selbstwertgefühl - das ist kein Wort, das für mich auf Menschen angewandt werden sollte -, sondern Selbstgefühl.

Ich mache auch empirische Erhebungen. Und es hat mich unglaublich berührt, als ich erfahren musste, dass sich so wenige übergewichtige Menschen überhaupt selbst spüren. Logischerweise können sie sich dann auch nicht als Bestandteil einer Gemeinschaft fühlen. Aber das ist ja dann erst der nächste Schritt.
Sich selbst nicht spüren zu können, bedeutet aber, vollkommen unsicher in der Welt zu stehen. Sich an seinem Hirn anklammern zu müssen. So erklärt sich von allein, dass viele übergewichtige Menschen in einer Gemeinschaft Halt suchen, die ihr Hirn mit Abnehmregeln und Diätplänen füllen. Sie suchen über einen schlankeren Körper ihr Gefühl. Sie getrauen sich ihren dickeren Körper nicht zu spüren.
Da kommen wir wieder zur Scham, die in einem vorigen Beitrag bereits angesprochen wurde.
Das Schlimme daran ist, dass alle diese Menschen sich dann auch nicht spüren können, wenn sie schlanker sind. Auch das ist eine empirische Wahrheit. Ein gestörtes Selbstgefühl bleibt einem Menschen so lange, als er sich nicht sich selbst und seinen Gefühlen zuwendet.
Mit einer Gewichtsabnahme ist es nicht zum Verschwinden zu bringen!

Eine Katze, die sich in den Schwanz beißt, wie wir sehen.
Aber es ist möglich, diesen Kreislauf zu unterbrechen!
Nur nicht auf die üblicherweise propagierte Weise.
Dies gelingt nur, wenn wir zuerst einmal dem kollektiven Unbewussten und seinen Manipulationen grundsätzlich auf die Schliche kommen. Wir müssen nicht jede einzelne punktuell erkennen, aber die Tatsache, dass diese Strömungen in solch verheerendem Ausmaß in unser Leben eingreifen, muss uns bewusst werden. Dann können wir uns sukzessive aus der Umklammerung lösen, die uns immer wieder in den Kreislauf des öffentlichen Gedankenguts treibt.


23
Mai
2009

04-Entlarvung des Jojo-Effekts

Nach meiner letzten Gewichtsabnahme, als ich ein wenig jammerte, weil sich der Faltenwurf quasi verdoppelt hatte, brachte der Satz einer abnehmwilligen Freundin den Stein meiner Gedanken ins Rollen. Sie sagte: "Du kannst dich ja so ankleiden, dass man es nicht sieht."
Davon, dass ich auch eine Burka tragen müsste, sagte sie allerdings nichts ...

Was ändert das aber? ICH weiß es doch, ICH sehe es. Und ich bin immer noch der gleiche Mensch.

Und dass hier kein falscher Eindruck entsteht - ich möchte keineswegs in diesem Blog mit dem Finger auf Andere zeigen. Ich möchte etwas erarbeiten, möchte besser verstehen ...
Ich selbst ertappte mich also auch dabei, dass es mir trotzdem so jetzt lieber war. Ich komme mit meinem Alter gut zurecht, ein Mensch der nicht alt werden will, der muss früh sterben. Und Alter ist für mich sowieso eine Frage der Einstellung und nicht des Körpers.
Aber müsste nicht auch Dicksein eine Frage der Einstellung für mich sein? Und genau so sah ich es bis dahin eigentlich auch. Nur wer sich dick fühlt, ist dick. Nicht, wer ein paar Kilos mehr auf die Waage bringt. Und für sein Gefühl ist der Mensch selbst verantwortlich. Allerdings kann er es auch nicht belügen. Es sucht sich immer seinen Weg.

Also stand oder steht für mich fest, dass wir etwas vor unserer Umwelt verbergen wollen, wenn wir abnehmen wollen.

Ich halte mich jetzt nicht bei den Menschen auf, die auch ihr Alter verbergen wollen. Gerade in unserer Zeit wird hier ja ein unglaublicher Kult getrieben, der einen nachdenklichen Menschen wohl noch mehr auf die manipulatorischen Prozesse in unserer Gesellschaft hinweist. Wir könnten davon lernen.
Aber hier beschäftige ich mich mit einem anderen Phänomen. Die Ewig-jung-bleiben-wollenden werden vielleicht ein anderes Mal Stoff für eine Arbeit liefern.
Hier geht es um Abnehmen-wollen.

Und wieder fand ich einen Mosaikstein. Dicke Menschen können vor ihrer Umwelt etwas ganz Bestimmtes nicht verbergen. Aber sie möchten es gerne! Deshalb wollen sie abnehmen.
Dies bringt mich logisch auf die Spur, dass das Übergewicht nur vor etwas anderem steht. Vor etwas, wofür sich diese Menschen (meistens eher unbewusst, oder nur halbbewusst) schämen, das aber mit dem Übergewicht so geschützt werden muss, damit die tatsächliche Ursache vor dem Blick der Anderen verborgen werden kann. Und meistens auch dem eigenen Blick. Weil die Erkenntnis des verursachenden Traumas unerträglichen Schmerz auslösen würde. Mehr Schmerz als das Übergewicht!

So ziemlich jedes Übergewicht soll Schmerz abwenden. Auch wenn dies kurios erscheint, weil es seinen Trägern so viel offensichtlichen Schmerz bereitet. Aber eines ist wohl klar: Wir wollen mit unserem Körper unser Innenleben schützen. Wenn wir nun die Aufmerksamkeit auf unseren Körper lenken, dann können wir von unseren inneren Bereichen gut ablenken.
Und tatsächlich kann man auch gut beobachten, dass für abnehmwillige Menschen das Abnehmen-wollen oft so im Vordergrund steht, dass sie sich anderen Lebensbereichen nur äußerst beschränkt zuwenden.
Ich habe sehr viele Menschen getroffen, für die das Abnehmen-wollen zum zentralen Punkt ihres Daseins geworden ist. Alles andere kreist in ihrem Leben wie die Sterne um die Sonne.

Ich gehe deshalb davon aus, dass viele dicke Menschen ihre Unsicherheit verbergen wollen, die ihnen aus anderen (meistens kindlichen) Lebensbereichen erwachsen ist. Wenn jemand selbstunsicher ist, dann fühlt er sich mangelhaft. Und diese Mangelhaftigkeit erzeugt Scham.

Einerseits beschert uns diese Selbstunsicherheit den Nährboden für die Manipulationen der Gesellschaft. Die Wirtschaftsbosse haben leichtes Spiel mit ihrer Dickmanipuliererei.
Lassen wir uns nicht davon beirren, dass manche Menschen eine gewisse Gleichgültigkeit zur Schau stellen. Wie sehr leicht durchblickt werden kann, ist dies nur eine Darstellung.
Es ist nur denjenigen Menschen wirklich egal, die gar nicht abnehmen wollen. Die das einfach gar nicht interessiert, ob sie schlanker oder dicker sind. Nicht denen, die sich damit abfinden wollen, dass sie nicht oder zu wenig abnehmen können.
Und solche Menschen sind in unserer Gesellschaft wirklich nur zu finden, wie die Nadel im Heuhaufen. Körpergewicht (in die eine, wie in die andere Richtung) ist wohl das meistdiskutierteste Thema unserer Zeit.
Andererseits müssen wir aber durch unsere dicken Köper dann genau diese Scham erleben, der wir so gerne ausweichen würden. Unsere Mangelhaftigkeit wird augenscheinlich. Und deshalb muss das Symptom verschwinden. Damit niemand merkt, wie sehr wir uns für eine andere Mangelhaftigkeit schämen, die ganz tief in uns abgesenkt wurde.

Wie wir nun wieder leicht erkennen können, ist deshalb eine bleibende Gewichtsabnahme meistens*) nur möglich, wenn wir die innerliche Ursache aufdecken, die uns das Übergewicht beschert. Wenn wir nur unser Essen einschränken, wird sich immer wieder ein neues Symptom für unsere Konditionierung ausbilden. Der Jojo-Effekt ist entlarvt ...




*) selbstverständlich gibt es auch andere Ursachen! Aber die sind in der großen Unterzahl. Es handelt sich in der Masse der Abnehmwilligen um einen verschwindenen Prozentsatz, auch wenn die meisten "ihre" Ursachen dafür anführen wollen! Das gehört zum gleichen Muster, das unser Unterbewusstsein anwendet, um unser Innenleben abzupolstern.
Aber totale Verallgemeinerung ist nicht legitim, das ist klar!

11
Mai
2009

Festhalten wollen am Abnehmen-wollen

Höchst interessant für mich ist ein weiterer Punkt des Abnehmen-wollens. Alle Menschen, die ich bisher getroffen habe (und auch meine Abnehmkarriere war davon jahrzehntelang bestimmt) zeigten ein gemeinsames Trachten:
Sie wollten abnehmen. Klar. Aber sie wollten zu keiner Zeit womöglich darüber etwas lernen, wie sie sich mit oder in ihrem Körper besser zurecht finden könnten, der ihnen nicht als der öffentlich aufgestellten Norm entsprechend erschien.
Dieses Vorgehen betraf Menschen, die 3 kg an den Hüften abnehmen wollten genauso, wie jene die weit über 100 kg auf die Waage brachten. Wie es in weiterer Folge auch von den Menschen zelebriert wird, die schon weit untergewichtig sind.
Ein Faszinosum.

Für mich ist dies ein weiteres Indiz für eine perfekt durchexerzierte Manipulation. Denn allen diesen Menschen ist doch eines mit Sicherheit gemein: sie haben zu wenig Selbstgefühl. Sie lassen sich lieber von außen leiten, als von innen. Sie wollen sich an der Masse festhalten.
Und mich fasziniert auch immer, wie schon die Worte alles über einen implizierten Vorgang aussagen.
An der Masse festhalten ...

Wenn sie nun ihre persönliche Masse verlieren könnten, dann halten sie aber doch noch immer an der Masse fest. Es ist also ein Ausdruck für einen inneren Prozess, der sich an ihrem Körper manifestiert.
Vorher richten sie sich an einer Norm aus, die von irgendjemandem aufgestellt wird und alle Körper - vollkommen unabhängig von Beschaffenheit und eigenen Bedürfnissen - über einen Kamm schert. Und wenn dies nicht gelingt und ihr Körper aus dieser Norm herausfällt, dann suchen sie den Schulterschluss in einem Abnehmprogramm. Die meisten dieser Abnehmprogramme enthalten strikte Vorgaben, sei es Diät oder Bewegungsprogramm, bestimmte Schlafpositionen, Denkrituale oder was auch immer ...

Ich beschäftige mich nun schon jahrelang mit der Förderung der Selbstliebe und des damit verbundenen Selbstgefühls. Persönlich, aber auch theoretisch und im Umgang mit Anderen. Aber immer, wenn ich einem Menschen, der abnehmen will, davon erzähle, wischt dieser das mit einer Handbewegung vom Tisch. In Diskussionen werde ich deshalb sogar sehr oft angegriffen! Und so mancher kann da richtig aggressiv werden. Ich bin ein Störfaktor in der Gemeinschaft derer, die sich an Richtlinien festhalten wollen. Die an IHREM Übergewicht festhalten wollen, an ihrer Argumentation, der besonderen Konditionierung ihres Übergewichts und wie damit umgegangen werden muss. Und dafür werden die Regeln der Umwelt übernommen und immer nur in der Richtung hinterfragt, wo sie die gewünschte Antwort bringen. Und niemand will sich einmal damit auseinandersetzen, dass Festhalten und Abnehmen-wollen sich nicht verträgt, niemals den gewünschten Erfolg bringen kann. immer nur Jojos produziert.

Und mir muss sofort bewiesen werden, dass ich nicht Recht haben kann. Dass ich am Thema vorbeigehe, dass ich zu wenig davon verstehe, dass es dafür Ärzteaussagen gibt, ja ganze Wissenschaften, und natürlich, dass ich selber nicht dünn genug bin, oder dgl.
Niemand interessiert sich mehr dafür, WAS ich sage. Alle schießen sich nur mehr auf MICH ein.

Das ist für mich okay. Ich bin nicht jemand, der andere überzeugen muss. Aber mich fasziniert dieser Vorgang natürlich enorm.

Vor circa 20 Jahren, als ich (endlich) entdeckte, dass ich sozusagen dickmanipuliert wurde, wollte ich als erstes diese Manipulation loswerden. Nicht mein Gewicht! Bei den meisten Menschen ist es aber augenscheinlich umgekehrt. Sie wollen ihr Gewicht loswerden und sich dann einer neuen Norm, einer neuen Manipulation unterwerfen.
Das ist doch faszinierend, oder?


2
Mai
2009

warum will ICH abnehmen

Nachdem mir niemand geantwortet hat, stellte ich mir die Frage: Warum will ICH abnehmen?

Die Beantwortung war gar nicht so einfach. Im Prinzip habe ich keinen Grund dafür gefunden, warum ich abnehmen wollte. Und doch weiß ich, dass ich lieber schlanker bin, als dicker.
Ich würde mich wohl keiner Diät unterziehen, keiner Abmagerungskur, auch keiner besonderen sportlichen Betätigung und ich fühlte mich als etwas korpulenterer Mensch in meinem Leben - und auch in meinem Körper - recht wohl. Ich konnte auch nichts entdecken, woran mich mein üppigerer Körper hinderte, oder was ich mit einem schlankeren besser anfangen könnte. Die Eitelkeit ist auch nicht mein Ding. Zumindest nicht in dieser Richtung, meine Eitelkeit bezieht sich auf ganz andere Bereiche ...
Also sehr schwierig. Denn sicher blieb trotzdem, dass ich lieber schlanker sein wollte, als ich war.

All die üblichen Argumente, von wegen gesünder, schöner, attraktiver sein, weil die Ärzte es forderten, oder sonst irgendwer, oder ich mich nicht angenommen fühlte, usw., das galt alles nicht für mich. Das hatte ich genügend entlarvt, wo diese Forderungen herkamen und dass die meisten so gut wie keinen Wahrheitsgehalt hatten.
Gab es also noch andere Gründe? Und wenn ja, würden sie nicht zu konstruiert sein? Eines schien mir sicher - auch sie mussten aus dem kollektiven Unbewussten genährt werden. Wenn ich doch keinen persönlichen Grund entdecken konnte.

Und das brachte mich dann auch auf die Lösung.

Der Körper ist nach meiner These die Bühne auf der sich ein Mensch ausdrückt.
Ich sah keinerlei Anlass dafür, warum ich dick sein sollte. Ich fühlte mich ziemlich selbstsicher, ich fühlte mich wohl, folgte keinem Herdenritual und sah mich als von der Welt gut angenommen.

Ich wollte schlanker sein, weil ich glaubte, dass auch ich mich dickmanipulieren ließ und die Drahtzieher nicht erkannte. Ein schlankerer Körper wäre für mich der Beweis gewesen, dass dies nicht der Fall war.
Also auch ich wollte mir über meine Körperlichkeit vorgaukeln, dass alles mit mir in Ordnung sei. Aber auch, und das war nicht unwesentlich (!), dass meine aufgestellte These stimmte.

Das unterschied mich also überhaupt nicht vom Rest der Abnehmwilligen.
Hatte ich doch in einem anderen Stadium meiner Erkenntnisse bereits aufgedeckt, dass die Blicke auf den dicken Körper uns deshalb so zu schaffen machen, weil wir etwas von uns preisgeben müssen, wofür wir uns schämen. Da können wir nix verheimlichen. Jeder Schlanke kann seine neurotischen Störungen verschleiern, jeder Kranke wird von der Gemeinschaft besser geduldet, wenn er schlank ist, ein Dicker ist gleich selber schuld an seiner Krankheit. Für Menschen, die sich beim Ausüben von Massensport grenzenlos überschätzen und den Krankenversicherungen enorm viel Geld kosten, werden diese Mittel bedeutend lieber flüssig gemacht, als für jemanden, der zu hohe Cholesterinwerte aufweist und dabei womöglich ein wenig Übergewicht auf die Waage bringt. Nur die Raucher sind noch ähnlich diskriminiert, wie die Dicken!
Alles was schlanke Menschen an Problemen haben, scheint normal (sogar wenn sie rauchen). Da wird schon bald mal gesagt: es menschelt.
Aber bei dicken Menschen? Da menschelt es seltsamerweise nicht. Die werden angeprangert, da wird schnell Schuld zugesprochen.

Ich konnte zwar an mir diese Schuldzuweisungen wunderbar abprallen lassen und zwar so gut, dass sich das in meinem Auftreten so manifestierte, dass sich mir gegenüber niemals jemand über mein Dicksein negativ äußerte (einschließlich der Ärzte!), aber ich dachte, irgendwo in mir, schien das doch nicht so gut zu klappen.
Immerhin ist mein Körper die Bühne meines Selbsts.

Um diesen Punkt kreisten meine Gedanken über Jahre. War mein Selbstwertgefühl ein hingestelltes? Überhob ich mich einfach über die Masse der Diätfolger und Regelsucher? Wo war der Wurm in meiner These? Beziehungsweise in der Übernahme durch mein Unterbewusstsein? Warum ließ sich mein Äußeres vom kollektiven Unbewussten so beeinflussen, wenn sich mein Bewusstsein schon längst auf einem anderen Level befand? Da konnte doch was nicht stimmen!

Und deshalb wollte ICH abnehmen!

Doch natürlich konnte ich so nicht abnehmen. Weil ich festhielt! Festhielt an dem, was die Anderen machten und nur dagegen opponierte. Mein Gewicht stand genauso unter Beobachtung, wie das derjenigen, die täglich mehrmals auf die Waage stiegen, obwohl ich schon jahrelang nicht mehr draufstieg.
Ich wertete das Symptom in die falsche Richtung aus. Denn letztendlich ist Übergewicht nichts anderes als ein Symptom.

Doch darüber später mehr.

Für den Augenblick ist für mich wichtig, mir endlich diese Frage beantworten zu können.
Ich wollte abnehmen, um mir selber etwas zu beweisen. Und auch alle anderen Dicken möchten abnehmen, um sich selber etwas zu beweisen. Nur vielleicht etwas anderes als ich. Viele wollen sich selbst beweisen, dass sie so normal sind, wie alle anderen. Andere wieder, dass sie eben anders sind als die. Wieder andere, dass sie etwas Bestimmtes können. Dann gibt es natürlich welche, die dazugehören wollen und es auf diese Art versuchen.
Der gemeinsame Nenner ist auf jeden Fall, dass jeder der abnehmen will, versucht, sich irgendetwas selber zu beweisen.
Und da konnte ich mich dann endlich auch bei der Nase nehmen.


27
Apr
2009

warum willst DU abnehmen

Ein Mensch der abnehmen will, sollte sich erst einmal die Frage aller Fragen stellen.

Warum will ich abnehmen?

Wobei die Betonung eindeutig auf ICH liegen muss.

Wir leben in einer Gesellschaftsstruktur, wo das Abnehmen einer der größten Götzen geworden ist. Das ist fast logisch. Wir leben im Überfluss - selbst in den Krisenzeiten, in denen wir uns derzeit angeblich befinden. Man bekommt so gut wie alles, man kann essen was man möchte und wenn man viel isst, dann kann es passieren, dass man zunimmt. Also ist das Schlankheitsideal der erstrebenswerteste Faktor.
In den Zeiten, wo es nichts zu essen gab, war das Schönheitsideal der mollige Mensch.

Die Wirtschaft ist der große Machthaber. Macht bekommt man am besten über Menschen, die selbstunsicher sind.
Die Werbung suggeriert uns einerseits die Konsumprodukte als Highlife-Schlüssel und andererseits werden diese Konsumgüter von Menschen präsentiert, die jenseits jeder Durchschnittlichkeit liegen. Auch das ist natürlich gezielt.
Denn wer möchte schon als Durchschnittsmensch gelten?

Wenn man genau hinsieht, erkennt man sofort, dass der ganze Schlankheitswahn ein einziges Macht- und Wirtschaftsgefüge ist. Die Dicken sind die besten Konsumenten. Und die Abnehmindustrie ist diejenige, die am besten floriert.

Also ist es wichtig, diese Frage in sich abzuklären: Warum will ICH ...

Die häufigste Antwort ist wohl: Weil es gesund ist.
Aber Abnehmen ist nicht gleich - gesund sein.

Ein Mensch macht das Optimale für seine Gesundheit, wenn er mit sich im Einklang ist. Die psychische Komponente ist eine der wesentlichsten beim Zu- und auch beim Abnehmen. Auf diese wird aber am wenigsten eingegangen.

Wenn wir uns sozusagen gesund ernähren, kann es dazu kommen, dass wir uns vollkommen entgegen unserer eigenen persönlichen Struktur ernähren.
Die Berücksichtigung unseres eigenen Tagesablaufs, die Stressfaktoren, die Verträglichkeiten der verschiedensten Nahrungsmittel, werden dabei vollkommen ausgeschaltet. Und was so Mancher als gesund bezeichnet, hat sich in weiterer Folge durch andere wissenschaftliche Belege wieder ins total Gegensätzliche gewendet.

Auch die Gesundheit liegt heute in großem Ausmaß in den Händen der oben beschrieben Klientel. Auch Gesundheit ist ein großer Wirtschaftsfaktor. Man betrachte nur einmal die Pharmaindustrie, den Sport- und Tourismusbereich.

Wenn ein Mensch sich gesünder ernähren will, dann ist es dafür wichtig, dass er sich selbst auf den Weg der Erkenntnis seiner eigenen Bedürfnisse macht. Dafür kann er sich gerne Anregung und Unterstützung aus der Gemeinschaft holen, aber er muss diese an seine Persönlichkeit anpassen und in diese einbringen können. Ansonsten sind sie wirkungslos!

Der gesundheitliche Aspekt ist überdies bei den Abnehmwilligen der am wenigsten wichtige. Die meisten Menschen, die sich als zu dick empfinden, wenden oft nicht nur die unsinnigsten, sondern auch die gesundheitsschädigendsten Methoden an, um ein paar Kilo zu verlieren.

Wenn man also gesünder leben will, dann kann man sich vielleicht gesünder ernähren, aber man muss dafür nicht abnehmen! Gesünder ernähren kann man sich aber nur, wenn man sich selbst und seine Bedürfnisse kennt. Und mit ziemlicher Sicherheit wird ein Übergewichtiger (wobei auch Übergewicht erst mal relativiert werden muss) dabei abnehmen. Aber das liegt dann an der Erkenntnis, warum man abnehmen wollte.

Also ist die wichtige Essenz: Man muss sich selber besser kennen lernen. Wenn einen Menschen seine Art zu essen nicht krankheitshalber zu dick macht, dann ist eindeutig der Zugang zu seinem Selbst für ihn nicht in ausreichendem Maß geöffnet. Denn warum sollte ein Mensch sich nicht seinen eigenen Bedürfnissen entsprechend ernähren, wenn er sich selbst nah ist und seine eigenen Bedürfnisse deshalb kennt?

Wahrscheinlich müssen die meisten diese erste Antwort nun abhaken und wieder fragen:
Warum will ICH ...



°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

UND? warum willst DU abnehmen? das würde mich sehr interessieren und ich danke im voraus für anregungen!


Herzlich willkommen zu "Wir wollen abnehmen"!




Hier wird es keine Regeln geben, keine Diät und keine Tipps.
Hier werde ich mir einfach Gedanken über das Abnehmen-wollen machen.
Mich interessiert der psychologische Hintergrund, die philosophische Ausrichtung, das Dickmanipulieren der Menschen, ihre Ausgrenzung und Diskriminierung.
Und es wäre toll, wenn sich jemand fände, der da mit mir drüber diskutieren will und mir so Anregungen für Gedankenrichtungen gibt.

Dazu sind alle herzlich eingeladen. Nicht nur die Abnehmwilligen!

Ich werde die Beiträge allerdings nicht auf der Startseite fortlaufend veröffentlichen. Weil sie dann leicht den Zusammenhang verlieren, wenn man den neuesten zuerst liest.
Deshalb werde ich hier einen Link zu den Beiträgen setzen, wo die Reihenfolge dann besser nachvollziehbar ist.

Ich wünsche uns angeregte Unterhaltung!



°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

edit: ich habe das nun nachträglich doch geändert.
ich schreibe nicht so kontinuierlich, wie ich das vorgehabt habe, also lasse ich lieber den charakter des weblogs so, wie er gedacht ist.
ich bitte um verständnis für meinen wankelmut
;-)

logo

wir wollen abnehmen

Herzlich willkommen

Hier wird es allerdings keine Diättipps oder sonstige Regeln fürs Abnehmen geben, sondern
hier werde ich mir einfach Gedanken über das
Abnehmen-wollen machen.
Mich interessiert
der psychologische Hintergrund,
die philosophische Ausrichtung,
das Dickmanipulieren der Menschen,
ihre Ausgrenzung und Diskriminierung.
Und es wäre toll,
wenn sich jemand fände, der da mit mir drüber diskutieren will und mir so Anregungen für Gedankenrichtungen gibt.

Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

aha,
du meinst, dass für das überleben das übergewicht...
jojo-ex - 24. Jun, 23:33
sensor
:: wo aber siehst du einen sensor für vorsichtig...
flugdrache - 24. Jun, 17:53
ach ja,
da fehlt noch was. kinder- und fastfood. es ist ja...
jojo-ex - 24. Jun, 11:19
ach liebe!
gesund alt werden ... wenn ich mich umschaue und...
jojo-ex - 24. Jun, 11:13
uiii
da kommen wir mitten in (m)ein thema. ich beschäftige...
jojo-ex - 24. Jun, 10:33

Kontakt

Suche

 

Status

Online seit 225 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 24. Jun, 23:33

Besucher

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur f�r neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (with comments)

twoday.net
AGB